Einsatzübung Wüstenbruck - Probe für den Ernstfall

Einsatzübung Wüstenbruck - Probe für den Ernstfall

Einsatzübung Wüstenbruck - Probe für den Ernstfall Sonntagmorgen, 7.00 Uhr, 16° C – der kleine Parkplatz bei Wüstenbruck bei Ansbach ist voller Fahrzeuge, eine Menge Menschen in roten Einsatzuniformen des BRK tummeln sich auf dem Platz – Hundegebell. Was ist passiert? Nichts! :-) Heute ist eine Einsatzübung für die Rettungshundestaffeln Ansbach und Regensburg. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen der letzten Tage (teilweise weit über 30 °C) wurde entschieden, die Übung bereits zu dieser verhältnismäßig frühen Stunde beginnen zu lassen.

Unter möglichst realistischen Bedingungen sollte heute das Auffinden einer vermissten Person in einem weitläufigen Waldgebiet geübt werden. Da kein Einsatz wie der andere abläuft, sind solche Übungen enorm wichtig. Sie dienen einerseits dazu, die Koordination und Kommunikation zu fördern – helfen aber auch ein großes Stück weiter, wenn es um die Teambildung geht. Angefangen vom kleinen Einsatzteam (1 Hundeführer mit 1 bis 2 Helfern) bis hin zur kompletten Staffel. Und darüber hinaus, wie wieder einmal die sehr gute  Zusammenarbeit mit der Staffel aus Regensburg zeigt.

Es wurde angenommen, dass ein junger Mann nach einer abendlichen Feier im alkoholisierten Zustand den üblichen Nachhauseweg nicht mehr alleine finden konnte. Es war lediglich eine Stelle bekannt, an der er zuletzt gesehen wurde. Auf diese Stelle konzentrierten sich zunächst die Sucharbeit. Zu Beginn wurde eine Einteilung nach Team vorgenommen. Jeder Hundeführer bekam mindestens einen Helfer an die Hand, der dem Hundeführer sozusagen den Rücken freihalten sollte. Aufgaben des Helfers sind auch im echten Einsatz der Funkverkehr mit der Einsatzleitung und ggf. mit angrenzenden Teams sowie Orientierung im eigenen Suchgebiet zusammen mit dem Hundeführer. Es geht aber auch darum, sowohl den Hundeführer als auch seinen Hund zu beobachten und in gewisser Weise abzusichern. Denn der Hundeführer konzentriert sich während des Einsatzes zu 100% auf seinen Hund und ist in der Regel froh, wenn zwei zusätzliche Augen unterstützend dabei sind. Man bedenke auch Situationen, in welchen ein Hundeführer sich selbst verletzt und auf Hilfe angewiesen ist. In solchen Fällen ist es eine große Hilfe, wenn man nicht alleine unterwegs sein muss.

Nach der Teameinteilung wurde vom Ort des Verschwindens in einem vorgegebenen Radius das Suchgebiet parzelliert und den einzelnen Teams zugeordnet. Diese Teams suchten dann gezielt und strukturiert die einzelnen Bereiche ab. Sofern ein Gebiet durchsucht und kein Opfer gefunden wurde, hielt man Rücksprache mit der Einsatzleitung. Dann wurde ein neues Einsatzgebiet zugeordnet, auf der Karte ausfindig gemacht und dort weiter gesucht. Es war insgesamt eine sehr anspruchsvolle Suche, die sich bis um die Mittagszeit erstreckte. Kurz vor 12.00 Uhr kam dann die für alle erlösende Meldung “Vermisste Person gefunden”.

Alle waren erleichtert, denn die Hunde sind aufgrund der zwischenzeitlich ziemlich angestiegenen Temperaturen sowie der bis zu diesem Zeitpunkt vollbrachten Suchleistung doch ganz schön erschöpft. Nicht unbedingt physisch, aber aufgrund höchster Konzentration für Kopf und Nase.

Sonntag, 18.07.2010, 22:00

Kurz etwas zur Struktur des Roten Kreuzes

Der Kreisverband (KV) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Regensburg ist für die kreisfreie Stadt Regensburg und den Landkreis Regensburg zuständig. Der KV Regensburg gehört zum BRK Bezirksverband (BV) Niederbayern / Oberpfalz (NOp), einer von 5 BRK Bezirksverbänden. Das BRK ist der Landesverband (LV) Bayern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK, auch Generalsekretariat, kurz GS, genannt) und das wiederum ist die deutsche Vertretung der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbwegung.
Im DRK gibt es 5 sogenannte Gemeinschaften: Bereitschaft, Wasserwacht, Bergwacht, Jugendrotkreuz und den Sozialen Dienst. Der Fachdienst Rettungshunde ist neben 8 weiteren den Bereitschaften zugeordnet. Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbwegung hat folgende 7 Grundsätze:
• Menschlichkeit
• Unparteilichkeit
• Neutralität
• Unabhängigkeit
• Freiwilligkeit
• Einheit
• Universalität

Das Training besteht bei uns aus 4 Sparten plus organisatorischer Themen

Fläche, Mantrailing, Trümmer, Wasser
Unser Flächentraining findet mittwochs 19 Uhr und samstags ab 13 Uhr an unterschiedlichen Orten statt und dauert jeweils zwischen 3 und 5 Stunden.
Trümmertrainings finden zu gesonderten Terminen statt, die normalerweise das Flächentraining nicht tangieren. Falls es Terminüberscheidungen gibt, fällt erfahrungsgemäß das Flächentraining aus. Es gibt auch Trümmertrainingseinheiten der Staffel Regensburg, zu denen alle Teams anstatt des Flächentrainings (Samstag ab 13 Uhr) anwesend sind.
Beim Mantrailing gibt es zusätzlich zu den kurzen Einheiten während des Flächentrainings einmal die Woche ein gesondertes Mantrailing Training. Dazu gibt es einen Plan, in dem abwechselnd jeder Hundeführer aus der Staffel einen Trail legt. Wie das legen eines Trails funktioniert und wer wann läuft, erfährst Du über den Ausbildungsleiter.
Beim Wassertraining gibt es gesonderte Termine zu denen benötigte Helfer separat eingeladen werden. Die Übungen zur Individualgeruchssuche finden eine halbe Stunde vor dem normalen Flächentraining statt. Zuschauer sind gerne willkommen. Helfer werden separat durch die Ausbildungsleitung eingeteilt.
Zu den organisatorischen Themen gehört unter anderem, das an jedem ersten Mittwoch im Monat stattfindende Teamgespräch. Das Teamgespräch dient der Besprechung von verschiedensten organisatorischen Themen, wie das Abstimmen von Terminen und das Durchführen von theoretischen Schulungsinhalten.

Trümmereinsätze bei Erdbeben

Ich möchte euch von unserem Aktivitäten im Iran berichten. Der Iranische Rote Halbmond (IRC) hat unter anderem ein Camp in Karaj auf ca. 1300 Meter üNN, nordwestlich von Teheran. Es ist also durchaus nicht so warm, wie man es erwarten würde. Morgens können auch imer Sommer die Scheiben am Auto gefroren sein. Bei unseren Ausbilungen wird man im Gästehaus des IRC Geländes in Soha (Bilder) untergebracht. Aktuell nehmen über 50 Rettungshundeführer des IRC an den Veranstaltungen teil und trainieren regelmäßig mit internationalen Teams, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Es werden im Iran fast ausschließlich Deutsche Schäferhunde von hauptberuflichen IRC Mitarbeitern geführt. Und das ist auch schon einer der wohl bedeutendsten Unterschiede zu der Rettungshundearbeit im DRK. Es handelt sich um hauptberufliche Rettungshundeführer und nicht (zumindest noch nicht) um ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Hundeführer sind aus 24 von insgesamt 30 iranischen Provinzen immer wieder in Karaj und absolvieren immer wieder anstrengende Trainingsprogramme. Ziel ist es den Hundeführern immer wieder neue Ausbildungsinhalte zu zeigen und ihnen neben der Arbeit mit den eigenen Hunden, Techniken und Vorgehensweisen aud dem DRK für die Ausbildungsstruktur des IRC zu zeigen. Neben der Trümmer- und Flächenarbeit mit den Themengebieten Einsatztaktik, Opferarbeit und Ausbildungsstruktur gibt es immmer wieder auch neue Themengebiete die bedient werden sollen.