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Nachgefragt: Mantrailer - ein Allheilmittel ?

-Waldkraiburg- Von Boris Hillman (BRK RHS Mühldorf)
In der ach so guten alten Zeit, wo wie es in einem Märchen so schön heißt "das Wünschen noch geholfen hat", da hatte so mancher Adliger im Morgengrauen einen Traum:
"Da ist eine Spur im Wald. Die fetteste Sau, den kapitalsten Hirsch, den will ich haben!"Prompt ließ er seinen Hund von der Leine, nahm sein Vierbeiner die individuelle Witterung des Tieres auf. Aber auch um widerspenstige Untertanen zu verfolgen, nutzte die Obrigkeit die Fähigkeit von Hunden, ganz individuell nach dem Körpergeruch eines einzelnen Menschen zu suchen. "Bluthunde" hat der Volksmund sie daher auch genannt.
Heute geht es zum Glück nicht mehr um die fetteste Sau oder einen flüchtenden Untertanen. Nun experimentiert man auch beim BRK mit dieser antrainierbaren Fähigkeit der Vierbeiner. Allerdings nennen wir diese Hunde nicht mehr Bluthunde, sondern Mantrailer. Welche Erfahrungen in der Rettungshundearbeit das BRK in einer Projektphase gemacht hat, darüber sprach Boris Hillmann am Rande der landesweiten Rettungshundeprüfung mit dem Fachdienstleiter Rettungshunde beim BRK Landesverband, Armin Dlugosch.

Hillmann: Auf allen Kanälen steht die Arbeit von Mantrailern zur Zeit im Mittelpunkt der Berichterstattung. Sind diese Hunde ein Allheilmittel bei der Suche nach vermissten Personen?
Dlugosch:
Unsere fachliche Antwort lautet, eindeutig nein. Ich komme gerade mit einer Reihe dieser Hunde aus dem Gebirge. Dort haben wir bayernweit alle Einsätze aus mehreren Jahren ausgewertet. Das Ergebnis ist das Gleiche, wie so häufig in der Medizin:
Wenn die Einsätze erfolgreich sein sollen, dann muss die Indikation stimmen.
Mantrailing stellt nur ein weiteres Hilfsmittel zum Beispiel neben den Flächensuchhunden, dem Polizeihubschrauber und weiteren Maßnahmen in der Vermisstensuche dar. Hierbei müssen wir uns als Einsatzleitungen immer bewusst bleiben, dass die falsche Wahl des Hilfmittels in der Praxis zu erheblichen Gefährdungen des Vermissten führen kann.

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Hillmann: Wo liegen nach der Auswertung Eurer Erfahrungen die Stärke von Mantrailern?
Dlugosch:
Mantrailer sind in der Lage, indem wir ihnen zum Beispiel ein T-Shirt der vermissten Person zum Schnüffeln geben, ausschließlich nach dieser speziellen Person zu suchen und somit den Geruch anderer Menschen zu ignorieren. Damit können sie auch in Gebieten erfolgreich die Spur des Vermissten verfolgen , wo sich viele andere Personen aufgehalten haben. Dies ist eine wesentliche Ergänzung zu den Flächensuchhunden, die ja ganz allgemein nach Menschengeruch Personen uns anzeigen.

Hillmann: Können Sie uns ein Beispiel aus der Praxis geben?
Dlugosch: Jemand hinterlässt einen Abschiedsbrief. Die Polizei und andere in der Lebensrettung aktive Organisationen sind alarmiert. Der Hubschrauber sichtet sein Auto abgestellt auf einem Feldweg. Die Chance ist groß, dass diese Spürnasen mit ihren speziellen Fähigkeiten schnell in einem von vielen Menschen vorher bevölkerten Waldstück den Vermissten finden.

Hillmann: Wo sind bei Eurer Auswertung Schwierigkeiten aufgetreten?
Dlugosch: Beispielsweise, wenn ein Verwirrter aus einem Pflegeheim vermisst wurde.
Ein Heim hatte zu Beispiel acht Ausgänge. Die Person hatte täglich das Heim über mehrere Ausgänge verlassen und damit für die Hunde frische Spuren hinterlassen. In diesem Fall half es der Einsatzleitung weiter, dass sie das Verhalten einmal genauer unter der Lupe genommen hat. Um anschließend eine Polizeistreife an den vorherigen Wohnort vorbeizuschicken, schnelle Meldungen mit der Bitte um Hilfe an die Bevölkerung über das Radio zu machen ....

Hillmann: Mantrailer sind also kein Ersatz zum Beispiel für Flächensuchhunde oder andere Hilfsmittel?
Dlugosch: Genau, das ist das essentielle Ergebnis .
Es gibt darüberhinaus noch andere Faktoren wie die Windrichtung oder, wenn die verwirrte Person zunächst einmal zwischen zwei Kreuzungen hin und her gerannt ist, die in die Irre führen können.
Ein uneinsehbares, dichtes Waldgebiet werden wir daher weiterhin zunächst mit Flächensuchhunden absuchen. Bei freien Feld werden wir wenn möglich auf dem Hubschrauber mit seiner Wärmebildkamera zurückgreifen. In Arealen, wo sich bereits viele Menschen aufgehalten und damit ihre Geruchspuren hinterlassen haben, stellen gut ausgebildete Maintrailer dagegen eine effektive Ergänzung für die schnelle Personensuche und damit Lebensrettung dar.

Herr Dlugosch, ich bedanke mich für das Gespräch.
Freitag, 14.03.2008, 07:00